Was die 52-Wochen-Range zeigt
Das 52-Wochen-Tief ist der niedrigste Kurs der letzten 12 Monate. Das 52-Wochen-Hoch ist der höchste. Die Position des aktuellen Kurses innerhalb dieser Spanne gibt Auskunft darüber wo der Markt das Unternehmen gerade einordnet — relativ zur jüngeren Bewertungsgeschichte.
Das ist keine Vorhersage. Es ist eine Kontextinformation: Kaufe ich auf dem Niveau der Panik-Verkäufer, oder auf dem Niveau der Euphorie-Käufer?
Wie die Range im Screener wirkt
Für Dislocation-Kandidaten (Typ A):
Der Abstand zum 52-Wochen-Tief hat ein Gewicht von 25% im Score. Je näher ein Kurs am Jahrestief liegt, desto höher die Punktzahl — unter der Bedingung dass der Umsatz nicht schrumpft. Ein Unternehmen das nahe seinem Jahrestief handelt und wächst, ist klassischer Dislocation-Kandidat: Der Markt hat überreagiert.
Gleichzeitig fließt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch in den sogenannten “CRV-Proxy” ein: Unternehmen die weit vom Hoch entfernt und nah am Tief sind, haben ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis — der potenzielle Aufwärtspfad ist lang, der Abwärtspuffer kurz.
Als harter Filter:
Momentum über 6 Monate ist eine direkte Ableitung der Price-Range. Aktien die in 6 Monaten mehr als 80% gestiegen sind, werden ausgeschlossen — sie sind zu nah am Jahreshoch, die Erwartungen zu hoch. Aktien die mehr als 40% gefallen sind, werden ebenfalls ausgeschlossen — ein Crash dieser Größenordnung signalisiert meist mehr als einen kurzfristigen Schock.
Der Value-Trap-Schutz
Eine Nähe zum 52-Wochen-Tief ist kein automatisch positives Signal. Wenn ein Unternehmen schrumpft — Umsatzrückgang — und trotzdem nahe seinem Tief handelt, ist das möglicherweise kein Kaufsignal sondern die Fortsetzung eines strukturellen Niedergangs.
Verdiq berücksichtigt das explizit: Bei negativem Umsatzwachstum wird der Bonus für Kursnähe zum Jahrestief halbiert. Ein fallendes Messer ist kein Schnäppchen — es ist ein Risiko.