Das Problem der Prinzipal-Agent-Beziehung

Manager verwalten fremdes Kapital. Das schafft ein strukturelles Interessenproblem: Was gut für den Manager ist (Bonusziele, Karrieresicherheit, kurzfristige Kursgewinne) ist nicht zwingend gut für die langfristigen Aktionäre.

Insider Ownership — der Anteil der Unternehmensanteile der von Gründern, Vorständen und Direktoren gehalten wird — ist das direkteste Gegengewicht. Wer einen wesentlichen Teil seines persönlichen Vermögens im eigenen Unternehmen hält, denkt wie ein Eigentümer, nicht wie ein Angestellter.

Was die Forschung zeigt

Studien seit den 1980er Jahren (Jensen & Meckling 1976, Morck et al. 1988) zeigen einen nicht-linearen Zusammenhang zwischen Insider Ownership und Unternehmensperformance. Sehr hohe Beteiligungen (über 50-60%) können problematisch sein — das Management ist dann so abgesichert dass externe Disziplinierung kaum noch wirkt. Sehr niedrige Beteiligungen unter 1-2% sind ebenfalls ein schwaches Signal.

Der “Sweet Spot” liegt empirisch zwischen 5% und 30%: hoch genug um echtes Alignment zu erzeugen, niedrig genug um nicht die Corporate-Governance zu unterhöhlen.

Wie Verdiq Insider Ownership gewichtet

Verdiq bewertet den Insider-Anteil auf einer einfachen Skala:

Insider Ownership hat ein Gewicht von 40% im sogenannten “Shared Score” — dem Score der für beide Kandidaten-Typen (Dislocation und Wachstum) gleich gilt. Die andere Komponente ist der CRV-Proxy basierend auf der 52-Wochen-Range.

Was Insider Ownership nicht garantiert

Hohe Insider-Beteiligungen schützen nicht vor schlechten Entscheidungen. Ein Gründer der 40% seines Unternehmens hält, kann trotzdem falsch liegen. Insider Ownership ist ein Alignement-Signal, kein Qualitätsnachweis. Es sagt: Diese Person leidet wenn es schlecht geht. Es sagt nicht: Diese Person wird die richtigen Entscheidungen treffen.