Warum Gewinn und Cash Flow auseinanderfallen

Ein Unternehmen kann profitabel aussehen und trotzdem kein Geld haben. Das passiert weil der buchhalterische Gewinn Nicht-Cash-Posten enthält: Abschreibungen, Rückstellungen, Steuerlatenzen, Forderungen die noch nicht einbezahlt wurden.

Der Free Cash Flow (FCF) umgeht diese Verzerrungen. Er berechnet sich aus dem operativen Cashflow minus die Investitionsausgaben (Capital Expenditure). Das ist das Geld das nach dem laufenden Betrieb und nach notwendigen Investitionen übrig bleibt — frei für Schuldenrückzahlung, Dividenden, Rückkäufe oder neue Investitionen.

Wie Verdiq den FCF einsetzt

Verdiq berechnet die FCF-Rendite (FCF-Yield): Free Cash Flow geteilt durch Marktkapitalisierung. Das normiert die Größe des Unternehmens heraus und macht Vergleiche möglich.

Bei Dislocation-Kandidaten (Typ A): Positiver FCF ist die Grundvoraussetzung der Thesis. Eine Dislocation lautet: “Dieses gute Unternehmen ist temporär falsch bewertet.” Wenn das Unternehmen keinen positiven Cash Flow generiert, ist die Thesis schwach. Verdiq bestraft daher FCF-Defizite bei Dislocation-Kandidaten stärker:

Bei Wachstums-Kandidaten (Typ B): Negativer FCF kann in frühen Wachstumsphasen gerechtfertigt sein — das Unternehmen investiert aggressiv in zukünftiges Wachstum. Trotzdem gibt es einen Abzug, nur moderater:

Fehlen FCF-Daten komplett: -2 Punkte. Kein Signal ist kein gutes Signal.

Was FCF nicht entscheidet

FCF ist ein Korrekturfaktor, kein Score-Treiber. Er kann einen guten Score reduzieren, aber keinen schlechten Score retten. Ein Unternehmen mit FCF-Problemen das den Screener nicht besteht, kommt nicht in die Debate — unabhängig davon wie groß das operative Wachstum ist.