Das Grundproblem des KGV bei Wachstumsunternehmen

Ein Unternehmen mit KGV 40 klingt teuer. Aber was wenn es seinen Gewinn jedes Jahr um 40% steigert? Und ein Unternehmen mit KGV 12 klingt günstig — aber was wenn der Gewinn stagniert?

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis allein beantwortet diese Frage nicht. Es setzt Preis und aktuelle Ertragskraft ins Verhältnis, ignoriert aber die Wachstumsdynamik. Für reife Unternehmen mit stabilem Gewinn ist das akzeptabel. Für Wachstumsunternehmen ist es systematisch irreführend.

Wie PEG funktioniert

PEG = KGV ÷ Gewinnwachstum (in Prozent)

Ein Unternehmen mit KGV 40 und 40% Gewinnwachstum hat einen PEG von 1.0. Ein Unternehmen mit KGV 12 und 6% Wachstum hat einen PEG von 2.0. Das erstere ist nach dieser Logik günstiger bewertet — obwohl sein KGV dreimal so hoch ist.

Die Faustregel, die Peter Lynch popularisiert hat: PEG unter 1.0 bedeutet dass man Wachstum “günstig” kauft. PEG über 2.0 bedeutet dass man zu viel für das Wachstum bezahlt. Das sind keine harten Grenzen — sie sind nützliche Referenzpunkte.

Wie Verdiq den PEG einsetzt

Der PEG ist der wichtigste Einzelfaktor im Scoring für Wachstums-Kandidaten (Typ B). Er hat ein Gewicht von 30%.

Die Abstufungen:

Was PEG nicht erfasst

PEG funktioniert nur wenn das Gewinnwachstum real und nachhaltig ist. Unternehmen die Einmaleffekte, Kostensenkungen oder Aktienrückkäufe als “Gewinnwachstum” ausweisen, sehen günstiger aus als sie sind. Deshalb berücksichtigt Verdiq zusätzlich die Umsatzentwicklung: Gewinnwachstum ohne Umsatzwachstum ist ein gelbes Licht, kein grünes.

Für Dislocation-Kandidaten (Typ A) spielt der PEG eine untergeordnete Rolle — dort steht die Bewertungsanomalie im Vordergrund, nicht die Wachstumsdynamik.